HS aus geschichtlicher Sicht

 

Hochsensitivität gab es schon immer und sie ist sowohl beim Menschen als auch im Tierreich erforscht.

Doch erst nachdem Elaine N. Aron 1997 in den USA ihre Forschungen veröffentlichte, gelangte das Thema auch ins öffentliche Interesse.
Wichtigste Erkenntnis: etwa 15 - 20 %, also im Schnitt jeder siebte einer Population, sind hochsensibel. Für das Überleben der Population sind beide Varianten (HSM und Nicht-HSM) von Bedeutung.
Heute entdecken mehr Menschen als früher, dass ihre Wahrnehmung sich von der ihrer Mitmenschen unterscheidet, weil sie mit den reizüberflutenden Eindrücken und der Geschwindigkeit der heutigen Umwelt nicht oder nicht mehr zurecht kommen: sie brauchen mehr Pausen oder fühlen sich oftmals überfordert. Man muss allerdings nicht hochsensibel sein, um diesen Effekt zu spüren, weil auch viele Normalsensible in der Schnelllebigkeit der heutigen Zeit eher an ihre Grenzen geraten. 
Ob hochsensibel oder nicht, wichtig ist, sich dem eigenen Rhythmus (wieder) anzunähern, um in der heutigen Zeit gut leben zu können und Leben gestalten zu können.

 

 

 

Bin ich (oder mein Kind) hochsensibel?

 

Wenn Sie den überwiegenden Teil dieser Fragen mit "JA" beantworten können, sind Sie oder die Person, für die Sie die Fragen beantworten, wahrscheinlich hochsensibel. (Auswahl aus Aron, E. 1996)

* Laute Geräusche, die ich nicht beeinflussen kann, stören mich mehr als die meisten Menschen.

* Wenn ich einen Raum mit vielen Menschen betrete, weiß ich welche Stimmung dort herrscht.
* Ich bin schreckhafter als die meisten Menschen.

* Ich fühle mich schneller ausgelaugt als die meisten Menschen.

* Eingenähte Schilder in Kleidung kratzen und stören mich sehr.

* Ich komme schneller an meine Grenzen und brauche mehr/längere Auszeiten als andere.

* Ich liebe die Natur und halte mich gerne draußen auf.

* Ich kann gut Zeit mit mir selbst verbringen und genieße dies sogar.

* Ich habe eine schnelle Auffassungsgabe.

* Ich stehe lieber am Rand und beobachte, bevor ich mich in eine Situation hineinbegebe.

Dies sind nur einige Aussagen, die auf hochsensible Menschen zutreffen können.

Vom Manko zur Chance

 

Es kann häufiger vorkommen, dass ein HSM (hochsensibler Mensch) sich als benachteiligt sieht, weil seine Wahrnehmung anders ausgeprägt ist als bei Normalsensiblen. Doch dieses "mehr" Wahrnehmen birgt auch eine Chance.

Mehr Wahrnehmen bedeutet auch,

   * dass mehr verarbeitet wird.

   * dass aus verschiedenen Blickwinkeln auf den Fokus geschaut werden kann.

   * feiner unterscheiden zu können.

   * Vorgänge detaillierter beschreiben zu können.

Die Herausforderung liegt darin, die Reize so zu filtern, dass sie dem Menschen helfen, sein Ziel zu erreichen.